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Offene Kirche in Baumholder

Die Ev. Kirchengemeinde Baumholder beabsichtigt ab Anfang März ihre Kirche

jeweils Mittwoch von 18-19 Uhr, sowie

Sonntag von 10-11.30 Uhr zu öffnen.

Hintergrund sind Anfragen, in Coronazeiten die Kirche zu nutzen für stilles Gebet, für das Anzünden von Kerzen

oder um einfach zur Ruhe zu kommen.

Auch außerhalb dieser Zeiten ist es grundsätzlich möglich sich die Kirche aufschließen zu lassen.

 

Am besten ist es vorher im Pfarrbüro nachzufragen

unter der Telefonnummer 06783/2148

Zum Nachdenken

Liebe Gemeinde,

„Sorget euch nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib was ihr anziehen werdet. (Matthäus 6, 25)

Das sagt Jesus zu seinen Jüngern in der Bergpredigt. Er hat ganz sicher nicht damit gemeint: Ihr könnt euer und andere Leben ruhig aufs Spiel setzen! Ganz einfach: Im Winter muss ich in unseren Breiten warme Kleidung tragen. Und wenn ich Hunger habe, benötige ich essen. Ich füge ganz bewusst hinzu: Wenn ein aggressives Virus umgeht, muss ich andere und mich selbst nach Möglichkeit schützen. Punkt!
Wovon ist dann die Rede? Ich muss an einen Witz denken, den mir ein amerikanischer Psychotherapeut erzählt hat. In Kurzform läuft er auf folgendes hinaus: Ein Mann stellt auf seinem Sterbebett fest: „Jetzt habe ich mir mein Leben lang Sorgen gemacht um Dinge, von den die meisten gar nicht eingetreten sind“. Wir haben diesen Hang, uns ständig zu sorgen. Was könnte alles passieren? Was möchte ich noch? Was hätte ich gerne? Die Gefahr dabei ist, dass wir damit unser Leben verpassen. Die Welt richtet sich einfach nicht nach mir. Umgekehrt. Ich muss mich auf irgendeine auf das Gegebene einstellen. Wir merken zurzeit wieder, dass das nicht immer leicht ist.

Was hilft mir dabei? Zunächst einmal Gottvertrauen. Die Welt ist ein wunderbarer Ort. Es ist für mich gesorgt. Alles ist mir geschenkt. Und mir kann im Grunde nichts wirklich passieren. Im Leben nicht und im Sterben nicht, weil ich nicht herausfallen kann aus diesem großen Ganzen.
Mir hilft auch das Eingeständnis, dass ich nicht alles in der Hand habe und nicht alles weiß. Das ist immer so gewesen. Ich muss mit Unsicherheit leben. Und das ist allemal besser, als irgendwelche Scheinantworten. Menschen finden es gar nicht so selten leichter erträglich mit der Illusion von Wissen und Macht zu leben, als mit dem Aushalten der eigenen Ohnmacht!
Und es hilft Fürsorge. Wir haben heute so viele Möglichkeiten, Kontakte mit anderen zu pflegen, per Telefon, per Skype, per Zoom. Wir können zuhören und reden, klagen und ermutigen. Umso mehr können wir uns freuen uns irgendwann wieder direkt zu begegnen.
Fürsorge nicht nur für andere. Ich kann mich hinsetzen, einen warmen Tee trinken, meinen Gedanken folgen, eine Kerze anzünden, an andere denken, mich erinnern. Daran denken, was ich alles habe: Ein Dach über dem Kopf, Heizung, Essen und Trinken, regelmäßiges Geld und vieles andere mehr.
Paulus hat wohl recht, wenn er sagt: „In aller Vergänglichkeit bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe.“ (1. Korinther 13, 13)

Herzlichst Ihr

Burkard Zill

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