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Christi Himmelfahrt, 21.05.2020

Liebe Gemeinde,

wir feiern Christi Himmelfahrt. Aber wie soll man etwas feiern, das man heute kaum noch versteht? Selbst in der Bibel kommt die Himmelfahrt kaum vor. Lediglich Lukas erwähnt sie fast beiläufig in zwei Notizen. Am Ende seines Evangeliums (Lukas 24, 50-53) schreibt er, dass Christus „emporgehoben wird“ und „eine Wolke entzog ihn ihren (der Jünger) Blicken“. Ganz am Anfang seiner Apostelgeschichte wiederholt Lukas das noch einmal. (Matthäus und Johannes erwähnen es gar nicht. Und im Markusevangelium wird es kurz erwähnt in Markus 16, 19, also im später angehängten Schluss.)
Und doch fing die Kirche im 4. Jahrhundert zaghaft an diesen Tag 40 Tage nach Ostern zu feiern. In Deutschland ist er seit 1934 sogar Staatlicher Feiertag.   Text anhören Liebe Gemeinde, wir feiern Christi Himmelfahrt. Aber wie soll man etwas feiern, das man heute kaum noch versteht? Selbst in der Bibel kommt die Himmelfahrt kaum vor. Lediglich Lukas erwähnt sie fast beiläufig in zwei Notizen. Am Ende seines Evangeliums (Lukas 24, 50-53) schreibt er, dass Christus „emporgehoben wird“ und „eine Wolke entzog ihn ihren (der Jünger) Blicken“. Ganz am Anfang seiner Apostelgeschichte wiederholt Lukas das noch einmal. (Matthäus und Johannes erwähnen es gar nicht. Und im Markusevangelium wird es kurz erwähnt in Markus 16, 19, also im später angehängten Schluss.) Und doch fing die Kirche im 4. Jahrhundert zaghaft an diesen Tag 40 Tage nach Ostern zu feiern. In Deutschland ist er seit 1934 sogar Staatlicher Feiertag.

Himmelfahrt ist eine Station in einer längeren zusammenhängenden Erzählung. Es ist ihrem Charakter nach eine mythologische Geschichte. Also eine, die vom Wesen dieser Welt und ihrer Bewohner berichtet. Die davon erzählt, was es heißt, Mensch zu sein in dieser Welt. Die mythische Sprache ist zugleich die Sprache unserer Träume, unserer Seele und auch der Dichtung. Wer diese Sprache nicht mehr versteht, versteht sich selbst und die Menschen nicht mehr.
Folgen wir also dieser Erzählung über Jesus: Er hat seine Heimat bei Gott. Er ist ein Geschöpf Gottes, sein Sohn. Und wird geboren in einem völlig unbedeutenden Winkel dieser Erde. Er lebt als Mensch. Er wird verkannt und soll beseitigt werden. Er stirbt. Fährt in das Totenreich. Die Jünger sind verzweifelt. Das ist aber nicht alles. Das Totenreich kann ihn nicht festhalten. Er steht auf und kehrt auf die Erde zurück. Dort kann er als Toter aber nicht weiterleben. Nach 40 Tagen – 40 ist die Zahl der Vollkommenheit – wird er in den Himmel emporgehoben. Seine Himmelfahrt. Er ist den Augen der Menschen entzogen. Er sitzt zur Rechten Gottes, seines Vaters. Sein Geist beziehungsweise der Geist Gottes wird am 50. Tag nach Ostern, am Pfingstfest, auf die Menschen gelegt.   Text anhören Himmelfahrt ist eine Station in einer längeren zusammenhängenden Erzählung. Es ist ihrem Charakter nach eine mythologische Geschichte. Also eine, die vom Wesen dieser Welt und ihrer Bewohner berichtet. Die davon erzählt, was es heißt, Mensch zu sein in dieser Welt. Die mythische Sprache ist zugleich die Sprache unserer Träume, unserer Seele und auch der Dichtung. Wer diese Sprache nicht mehr versteht, versteht sich selbst und die Menschen nicht mehr.Folgen wir also dieser Erzählung über Jesus: Er hat seine Heimat bei Gott. Er ist ein Geschöpf Gottes, sein Sohn. Und wird geboren in einem völlig unbedeutenden Winkel dieser Erde. Er lebt als Mensch. Er wird verkannt und soll beseitigt werden. Er stirbt. Fährt in das Totenreich. Die Jünger sind verzweifelt. Das ist aber nicht alles. Das Totenreich kann ihn nicht festhalten. Er steht auf und kehrt auf die Erde zurück. Dort kann er als Toter aber nicht weiterleben. Nach 40 Tagen – 40 ist die Zahl der Vollkommenheit – wird er in den Himmel emporgehoben. Seine Himmelfahrt. Er ist den Augen der Menschen entzogen. Er sitzt zur Rechten Gottes, seines Vaters. Sein Geist beziehungsweise der Geist Gottes wird am 50. Tag nach Ostern, am Pfingstfest, auf die Menschen gelegt.

Es ist, wie gesagt, keine historische Erzählung. Es ist im Grunde unsere Geschichte. Wir haben eine Herkunft. Eine Heimat im Himmel. Wir sind als Sterbewesen auf der Welt unterwegs. Und im Tod werden wir nicht einfach fallengelassen. Wir kehren in unsere Heimat zurück. Wir können gar nicht herausfallen aus Gott, weil es gar kein Außerhalb gibt. Wir sind und bleiben Kinder Gottes. Egal, was passiert.

Unsere Vorfahren haben versucht, das in Bildern darzustellen. Ich habe ein Wandbild aus einer Kirche in Bayern ausgewählt. Es wurde vor über 600 Jahren gemalt.

 

Christi Himmelfahrt

Auf diesem Wandgemälde wird sehr klar gezeigt, was die Jünger schmerzhaft erleben. Jesus ist nicht mehr da. Er ist gestorben. Er fehlt.   Text anhören Es ist, wie gesagt, keine historische Erzählung. Es ist im Grunde unsere Geschichte. Wir haben eine Herkunft. Eine Heimat im Himmel. Wir sind als Sterbewesen auf der Welt unterwegs. Und im Tod werden wir nicht einfach fallengelassen. Wir kehren in unsere Heimat zurück. Wir können gar nicht herausfallen aus Gott, weil es gar kein Außerhalb gibt. Wir sind und bleiben Kinder Gottes. Egal, was passiert. Unsere Vorfahren haben versucht, das in Bildern darzustellen. Ich habe ein Wandbild aus einer Kirche in Bayern ausgewählt. Es wurde vor über 600 Jahren gemalt.   Auf diesem Wandgemälde wird sehr klar gezeigt, was die Jünger schmerzhaft erleben. Jesus ist nicht mehr da. Er ist gestorben. Er fehlt.
Zugleich sehen wir seine Füße. Als ob er seine Spuren im Leben hinterlassen hat. Er ist nicht vollständig verschwunden.
Hinter den Wolken ist nichts mehr zu erkennen. Der Himmel entzieht sich unseren Blicken. Unser Woher und unser Wohin sind für uns nicht zu sehen.
Zugleich sehen wir viele Heiligenscheine. In jedem Heiligenschein treffen symbolisch zwei Bereiche zusammen. Erde und Himmel. Sie sind nicht getrennt. Auch wenn wir das oft so erleben. Hier, an diesen Ort, in aller Vergänglichkeit und allem Chaos, ist zugleich die Zeitlosigkeit. Es gibt das Eine nicht ohne das Andere.
Davon erzählt die Himmelfahrtsgeschichte auf ihre Weise.

Können wir so leben? In der Gewissheit, dass uns auch im Tod nichts passieren kann? Dass wir aufgehoben sind? In allen Geheimnissen und aller Vergänglichkeit? Dass unsere Reise eine Richtung hat?
Das wünsche ich uns!

Amen   Text anhören Zugleich sehen wir seine Füße. Als ob er seine Spuren im Leben hinterlassen hat. Er ist nicht vollständig verschwunden.Hinter den Wolken ist nichts mehr zu erkennen. Der Himmel entzieht sich unseren Blicken. Unser Woher und unser Wohin sind für uns nicht zu sehen.Zugleich sehen wir viele Heiligenscheine. In jedem Heiligenschein treffen symbolisch zwei Bereiche zusammen. Erde und Himmel. Sie sind nicht getrennt. Auch wenn wir das oft so erleben. Hier, an diesen Ort, in aller Vergänglichkeit und allem Chaos, ist zugleich die Zeitlosigkeit. Es gibt das Eine nicht ohne das Andere. Davon erzählt die Himmelfahrtsgeschichte auf ihre Weise. Können wir so leben? In der Gewissheit, dass uns auch im Tod nichts passieren kann? Dass wir aufgehoben sind? In allen Geheimnissen und aller Vergänglichkeit? Dass unsere Reise eine Richtung hat? Das wünsche ich uns! Amen

 

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