Zum Nachdenken

Liebe Gemeinde,

vor ein paar Wochen in der Tafel Baumholder hat sich folgendes abgespielt: In einem Gespräch berichtet eine Mitarbeiterin fast beiläufig, ein Flüchtling aus einem muslimischem Land habe ihr erklärt: „Mit einer Frau spreche ich nicht!“ Es spricht für diese Mitarbeiterin, dass sie das ganze eher lächelnd hingenommen hat. Aber wir haben darüber geredet und anders entschieden. Dem Mann wird beim nächsten Mal mitgeteilt, entweder er spricht mit den Frauen in der Tafel, oder er darf nicht mehr kommen. Finden Sie das richtig? Oder falsch? Wie hätten Sie entschieden?

Im 1. Thessalonicher 5, 21 heißt es: „Prüfet alles, aber das Beste behaltet.“ Zu diesem „Besten“ gehören bei uns Toleranz und Freiheit. Auch die Freiheit des Andersdenkenden. Und diese Freiheit muss mit allen Mitteln verteidigt werden. Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Religion, seiner Weltanschauung, seiner Herkunft oder seiner sexuellen Gesinnung diskriminiert werden. Gerade wegen dieser Freiheit kommen doch viele zu uns. Wir müssen klar bekommen und benennen und dann durchsetzen, was unbedingt zählt. Wo das überschritten wird, genau dort hört die Freiheit auf.

Innerhalb dieser Grenzen kann es gar nicht tolerant und bunt genug zugehen! An vieles haben wir uns längst gewöhnt. Es ist nicht mehr wegzudenken. Nur ein winziges Beispiel, das für so viele andere steht. Ich möchte beim Kaffeetrinken nicht mehr nur gefragt werden: „Tasse oder Kännchen? Und draußen nur Kännchen!“ Cappuccino mag ich viel lieber. Austausch und Zuwanderung haben ihre tollen Seiten.

Stellen sie sich nur einen Moment vor wie es wäre, wenn alle Errungenschaften anderer Länder aus unserem Alltag verschwinden würden. Und dazu die Menschen mit ihrer unterschiedlichen Herkunft.

Ihr Burkard Zill