Weihnachtsvorfreude in der Minikirche

Adventszeit heißt: Warten, sich freuen auf Weihnachten, auf die gemeinsame Zeit in der Familie und natürlich die Geschenke. Durch den Adventskranz wird das Näherrücken des Festes sichtbarer und Adventskalender helfen, die Ungeduld besser zu ertragen.

Dabei rückt die Hauptsache, Jesus Geburt, meist in den Hintergrund.

In der Geschichte der Minikirche am 13. Dezember, durfte die Schnecke Sofia, die in Bethlehem wohnte, gerade eben dieses Ereignis, die Ankunft des Gotteskindes erleben und hat sogar den Weg zu ihm in die Krippe gefunden. Jahrelang lebte sie unscheinbar am Wegesrand, beobachtete Freud und Leid und liebte die ruhigen sternenklaren Nächte.

Genau in so einer Nacht wurde es nicht ruhig. Hirten liefen an ihr vorbei und erzählten merkwürdiges von einem Stern, Engel und einem Kind in der Krippe… Neugierig wie sie war, machte Sofia sich auf den Weg. Zielstrebig kroch sie auf den Stern zu, den sie immer wieder sah, mochte der Weg noch so beschwerlich sein.

Am Stall angekommen, wurde sie zum Geschenk für das Neugeborene. Genau so wie Gott uns sein Kind geschenkt hat.

Eine schöne Botschaft an die Kleinen und Großen: Wir werden geliebt, egal wer wir sind. Die zweite Botschaft, die diese Geschichte uns vermittelt zeigt, dass wir, um ein Ziel zu erreichen, Geduld und Ausdauer aufbringen müssen. Die aber dann belohnt werden!

Der Kinderchor von Tina Hauch bereicherte den Gottesdienst mit weihnachtlichen Gesangsstücken.

Bei Kakao, Sprudel, Kaffee, Plätzchen und leckeren Muffins konnten die Besucher den Nachmittag gemütlich ausklingen lassen. Das Bastelangebot fand parallel dazu statt. Hier wurden aus Actimel-Flaschen süße Engel.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die zum Gelingen beigetragen haben!

Das Team der Minikirche wünscht einen guten Start im neuen Jahr und freut sich auf die Veranstaltungen im Jahr 2020. Die Termine stehen auch schon fest:

3. April

19. Juni

18. September

11. Dezember

Jeweils um 16.30 Uhr.

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Chronik und Idiotikon

Buchbesprechung:

Klaus Schöpfer:

„Idiotikon“ – Wörterbuch unserer Baumholderer Mundart

Eigenverlag: Baumholder 2018

Ausgabe für die Geschichtswerkstatt Baumholder im November 2018

Hardcover, 143 Seiten, 18 €, ausverkauft; erweiterte Neuauflage im Dezember 2019.

Klaus Schöpfer aus Baumholder, Jahrgang 1948 und pensionierter Lehrer, hat sich in den letzten Jahren besonders seinen geschichtlichen Interessen und dem Baumholderer Dialekt gewidmet.

Seit 2018 arbeitet er im Team der „Geschichtswerkstatt Baumholder“ mit. Aus dieser Zusammenarbeit entstand seine erste Veröffentlichung zur Baumholderer Mundart, das „Idiotikon“. Sein Dialektwörterbuch ist eine umfangreiche Sammlung und Erklärung entsprechender Worte, aber auch deren Anwendung im Zusammenhang des alltäglichen Sprachgebrauches im Baumholderer Dialekt.

Liebevoll werden zahlreiche Beispiele, aber auch Anekdoten und kleine Geschichten auf Platt präsentiert. Dabei tritt an vielen Stellen die speziell Baumholderer Mentalität zu Tage, z.B. wenn eine Liebeserklärung in „Eich maan dich“ gipfelt.

Unterhaltsam, direkt und mit einer gehörigen Portion Humor wird den Lesern der Reichtum dieser Mundart eröffnet. Die Genialität

von Universalvereinfachungen wie „Hä?“ und „ebbes“ berührt die Lachmuskeln unmittelbar.

   Brauchtum, Idiome und Sprichwörter, Reime, Spitz- und Spottnamen sind weitere Eigenheiten, die punktgenau das Wesen ihrer Themen treffen. Bodenständig, einfach und manchmal derb vermittelt die Mundart viel vom Lebensgefühl früherer Zeiten. Auch darum geht es Klaus Schöpfer, der nicht möchte, dass die Baumholderer Mundart „in Vergessenheit gerät“.

     Überregional wertvoll ist der sprachwissenschaftliche Überbau, der eine Systematik in die Dialektentwicklung bringt und interessante Einblicke in Sprachverwandtschaften, aber auch in die Unterschiede zu benachbarten Mundarten bietet. Nicht zuletzt widmet sich Klaus Schöpfer auch Wörtern, die allmählich in Vergessenheit geraten oder die aus anderen Sprachen stammen. Dabei ist der französische Einfluss dominant.

     Die erste Auflage vom Dezember 2018 war umgehend vergriffen. Nach diesem schönen Erfolg hat Klaus Schöpfer eine stark erweiterte Neuauflage auf den Weg gebracht. Das „Idiotikon 2.0“ soll im Dezember 2019 erscheinen. Auch die Neuauflage wird mit Hilfe der Geschichtswerkstatt in einer begrenzten Anzahl erfolgen. Der Preis ist 20 Euro.

Eine frühe Interessensbekundung ist deshalb zu empfehlen und kann über die Internetseite der „Geschichtswerkstatt-Baumholder.de“ oder direkt unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erfolgen.

Unsere Kirchengemeinde hat die Restbestände der Chronik
„Geschichte der Stadt und der Landschaft Baumholder“ auf-
gekauft und kann die Bücher für 5 € (mit Versand 8 €) abgeben.
Allemal ein schönes Lesebuch oder auch ein besonderes Weih-   nachtsgeschenk.

Ansprechpartner: Frau Lichtenberger 06783 2148

neues Deckblatt mit Wappen Idiotikon 2.0           Chronik Zink001

 

Zum Nachdenken

Liebe Gemeinde,

auf der Straße begegne ich einem pensionierten Lehrer. Wir wechseln ein paar Worte. Ich frage natürlich, wie es im Ruhestand geht. Gut soweit. Bis dahin hätte ich die Begegnung längst wieder vergessen. Aber dann erzählt er noch etwas: “Ich werde jetzt sooft nach meinem Ruhestand gefragt. Gerade von ehemaligen Kollegen. Und alle beneiden mich. Warum? Ich bin fast 40 Jahre zur Arbeit gegangen. Und immer gerne.“

Zu Hause muss ich wieder an die Begegnung denken: Was haben wir für eine verquere Sicht auf unsere Arbeit? Wenn wir keine haben, dann geht es uns schlecht. Es fehlt eine Aufgabe. Und es fehlt an Geld. Wenn wir Arbeit haben, klagen wir über Überlastung, die vielen Veränderungen. Wir sehnen uns nach dem Ruhestand. Wir vergessen dabei, dass es keineswegs selbstverständlich ist arbeiten zu können und zu dürfen. Manchmal denke ich, dass es schon in der Schule anfängt. Ich beobachte Schüler, die sich morgens müde zur Schule schleppen. Wir nehmen vieles für viel zu selbstverständlich. Wir haben ein Luxusproblem.

Im Gleichnis vom Seemann streut ein Bauer Samen auf das Feld. Die Arbeit ist immer gleich. Mancher Samen geht nicht auf wegen der Dornen oder des Bodens. Aber anderer trägt 30, 60 oder 100-fach Frucht. Dabei fragt keiner den Bauern, ob er heute Lust hat zu säen. Es muss ganz einfach gemacht werden. Möglichst zur rechten Zeit und auf angemessene Weise. Sonst gibt es später ganz sicher nichts zu speisen. Er kann auch nicht völlig überblicken, welcher Samen viel später Ertrag bringen wird. So ist es doch oft mit unserer Arbeit: Was sich entwickelt und was erfolgreich ist sehen wir später. Ein Bauer muss auch langfristig denken und kann nur zu bestimmten Zeiten ernten. Und dann auch nur jeweils eine Fruchtart.

Ich würde mir längerfristiges Denken wünschen. Engagement ohne ständige Klage. Niemand arbeitet mehr so wie vor 10 oder 20 Jahren. In der Kirche genauso wie an anderen Orten. Und ich würde mir wünschen, dass wir unsere eigene Arbeit und die anderer Menschen wieder mehr zu schätzen wissen. Arbeit ist ein Gutteil unserer Lebenszeit.

Ihr Burkard Zill