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Zum Nachdenken

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid: ich will euch erquicken.“

(Wochenspruch 2. Sonntag n. Trinitatis, Mt 11,28)

 

Liebe Gemeinde,

wir befinden uns gerade am Beginn der langen Trinitatiszeit (Trinitatis = Dreiheit). Fast ½ Jahr wird uns die „Dreiheit“ begleiten. Von Pfingsten bis Totensonntag/Ewigkeitssonntag erstreckt sich diese Zeit im Kirchenjahr. Sie wird auch als „langweilige Zeit ohne besondere Ereignisse“ gesehen. Doch trifft das wirklich zu?

Das christliche Gottesbild hat sich nach Pfingsten vervollständigt. Nach dem Leid und der Auferstehung Jesu an Ostern, durften wir alle an Pfingsten erfahren, welche Kraft der Heilige Geist den Jüngern schenkte. Mut- und kraftlos haben sie sich im Haus versteckt und erst nachdem der Heilige Geist in Form von Feuerzungen ihr Herz erwärmte und ihnen Kraft schenkte, gingen sie hinaus und erzählten den Menschen von ihren Erlebnissen, die sie mit Jesus gemacht hatten (Apg 2).

Viele Erlebnisse haben die Jünger sicherlich mit dem Satz verbunden:

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid: ich will euch erquicken.“ Die Jünger haben an vielen Orten erfahren dürfen, welche Kraft von Jesus auf die Menschen übersprang. Trostlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Ängste, Trauer und vieles mehr wusste Jesu anzunehmen und in Mut, Zuversicht und Vertrauen zu verwandeln.

Unser Wissen um die „Dreiheit“ (Gott, Sohn, Heiliger Geist) macht es uns möglich, unseren Blick auf das „Ganze“ zu richten. Wir dürfen auf vielfältige Art und Weise Gottes Wirken erfahren. Im Taufbefehl werden wir aufgefordert, Menschen auf diese „Dreiheit“ zu taufen und im Glaubensbekenntnis nehmen wir dies für uns persönlich an.

Die Trinitatiszeit muss keine langweilige Zeit sein. Ich verstehe sie als geschenkte Zeit, mich auf Gott in seiner Vielfalt einzulassen und ihm zu begegnen. Sei es im Gebet oder in Erinnerungen an schöne kirchliche Feste. Sei es in tiefer Trauer oder in Zeiten, wo ich kraftlos auf dem Sofa liege.

Gott möchte uns allen die gleiche Kraft zukommen lassen, die er auch schon damals beim Pfingstwunder seinen Jüngern hatte zukommen lassen. Die Jünger legten ihre Furcht ab und gingen hinaus zu den Menschen. Corona lässt das heute nur eingeschränkt zu. Aber Begegnung ist möglich, um die Liebe Gottes in seiner Vielfalt in die Welt zu tragen. Wir müssen kreativ denken und handeln.

In der Bibel lassen 4 Menschen ihren kranken Freund an Seilen durch eine Dachöffnung herunter, nachdem ihnen der Weg zu Jesu versperrt war. Er landet vor den Füßen Jesu und ihm wird geholfen. (Mk 2,1-12)

Der kleine Zöllner Zachäus möchte Jesus unbemerkt sehen und klettert auf einen Baum, ansonsten hätte er keine Chance gehabt, ihn zu erblicken. (Lk 19,1-10)

Unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden haben ihren Vorstellungsgottesdienst ins Internet gestellt, damit ihre Botschaft trotz Coronapandemie in die Wohnzimmer gelangen konnte. Vieles ist möglich in dieser Zeit.

Die liturgische Farbe in der Trinitatiszeit ist GRÜN. Es ist die Farbe des Lebens, des Wachstums, der Hoffnung und der Zuversicht.

Lassen Sie uns der Einladung Jesu in den kommenden Wochen folgen und somit die lange Trinitatiszeit in eine lebendige, freudige und wertvolle Zeit verwandeln.

Bleiben Sie alle gesund und wohl behütet,

Ihr

Andreas Duhrmann

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